Gütersloh, 01. Juli 2021. Nach über einem Jahr Corona-Zwangspause ging es für Triathlon-Profi Tobias Drachler beim Apfelland Triathlon in Stubenberg am See (AUT) endlich wieder um mehr als um nur den Kampf gegen sich selbst. Auch wenn es nicht über die Langdistanz ging, war der Wettkampf ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung auf die IRONMAN European Championship in Frankfurt im August. Wie das Rennen gelaufen ist und wie die weitere Vorbereitung aussieht, erzählt er uns im Interview.

Hallo Tobias, der erste Wettkampf nach über einem Jahr Corona-Pause, dann auch noch bei 30 Grad und Sonne. Wie war das Gefühl endlich mal wieder an der Startlinie zu stehen?

Die Tage vor dem Rennen fühlten sich „unwirklich“ an. Ich habe mich öfter mal daran erinnern müssen, was in wenigen Tagen passieren wird. Unmittelbar vor dem Rennen und an der Startlinie selbst wollte ich dann einfach „loslegen“ und hatte große „Vorfreude“ verspürt. Direkt nach dem Start wusste ich dann, was ich die Monate so sehr vermisst habe. Allerdings blieb mir dann für weitere Gedanken keine wirkliche Zeit.

Gehen wir in eine kurze Rennanalyse: Wie lief das Schwimmen?

Das Schwimmen war insgesamt mehr als zufriedenstellend. Am Start hätte ich von mir selbst noch etwas mehr Explosivität gewünscht, so musste ich mich erst ein wenig „freischwimmen“ und konnte dann aber sogar zum Schluss noch ein kleines Loch zuschwimmen und mit der ersten Gruppe der Rennfavoriten aus dem Wasser steigen.

Wie ging es dann weiter und was hattest du dir vorgenommen?

Meine eigene Vorgabe war es, meine Leistungsfähigkeit zu zeigen und die Werte aus dem Training abrufen zu können. Wäre mir das gelungen, dann hätte das zu einem soliden bis guten Renneinstand nach solch langer Zeit geführt. Warum es dann bereits nach kurzer Zeit auf dem Rad zu dem am Ende sehr zähen Tag wurde, kann ich so knapp nach dem Rennen noch nicht sicher beantworten. Wir analysieren in verschiedene Richtungen und vielleicht müssen wir am Ende einfach sagen, dass es jetzt wieder von Rennen zu Rennen besser werden kann.

Überwiegt denn die Freude, endlich mal wieder einen Wettkampf bestritten zu haben oder doch die Enttäuschung?

Definitiv überwiegt, jetzt mit etwas Abstand zum Renntag, die Freude und die Gewissheit, dass das nicht meine Leistungsfähigkeit widerspiegelt. Natürlich bin ich als ehrgeiziger Typ auch sehr enttäuscht und möchte es mir, meinem Umfeld und den Sponsoren zeigen, dass ich es wesentlich besser kann.

Was nimmst du trotzdem Positives mit Hinblick auf die weitere Saison mit?

Positiv zu bewerten ist meine Schwimmleistung, die ja der Grundstein einer jeden guten Gesamtleistung in unserem Sport darstellt und die Gewissheit, dass ich nicht verlernt habe, mich auch in schweren Situationen durchzubeißen.

Was steht als nächstes auf dem Wettkampfplan?

Nach wie vor ist das der Ironman Frankfurt, wo wir jetzt nach einer ruhigeren Woche für Körper und Psyche weiter hinarbeiten wollen.

Wie bereitest du dich vor? Gibt es jetzt Änderungen oder bleibt ihr beim ursprünglichen Trainingsplan?

Wir werden verschiedene Dinge durchleuchten wie die Trainingsbereiche und auch das Verhalten meines Körpers auf Hitze. Zuletzt 2019 in Frankfurt konnte ich ja gerade an einem der heißesten Tage des Jahres überzeugen. Hierfür werde ich in den kommenden Tagen eine „Schweißanalyse“ machen, wo wir uns erhoffen, weitere Aufschlüsse zu erhalten. Ebenso wie ein Streckencheck der Frankfurter Wettkampfstrecke, da diese sich verändert hat. So erhoffe ich mir, mich im Training noch mehr auf die spezifischen Herausforderungen vorbereiten zu können.

Mit Frankfurt verbindest du gute Erinnerungen. Ist die Bestätigung des Ergebnisses von 2019 das Ziel?

Für mich ist es immer das Ziel meine Leistungen zu bestätigen, wenn nicht sogar zu steigern. Natürlich ist jedes neue Rennen auch durch andere Verläufe geprägt: Streckenänderung, andere Konkurrenz, andere Renndynamik, Wetter etc. Daher werde ich mich mit dem Startschuss auch wieder neu orientieren müssen. Dennoch möchte ich an diesem Tag ins Renngeschehen eingreifen und nicht nur reagieren bzw. eine Teilnehmerurkunde mitnehmen.

Tobias, vielen Dank für deine Zeit.

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