Köln / Gütersloh, 30. Mai. Auch rund eine Woche nach der Teilnahme am Ironman auf Lanzarote ist die Stimmung bei Triathlon-Profi Tobias Drachler noch zwiegespalten. Im Vorfeld hatte sich der 31-Jährige mehr als Platz 9 erhofft, rückblickend ist er mit seinem Ergebnis jedoch mehr als zufrieden. Vor allem beim abschließenden Laufen überzeugte der Kölner mit einer persönlichen Bestzeit von 2:48:58 Stunden. 

„Platz 9 ist kein Grund sich zu verstecken. Vor allem, weil wir gesehen haben, dass wir mit unserer Saisonvorbereitung nicht grob falsch gelegen haben“, sagt Tobias Drachler, der aktuell seine Regeneration in Köln absolviert. „Schwimmerisch und läuferisch war meine Leistung bombastisch. Umso ärgerlicher ist es, dass ich auf dem Rad so deutlich hinter meinen eigenen Leistungen geblieben bin. Hieran müssen wir arbeiten“, zieht Drachler eine gemischte Bilanz. 

„Taktisch und energetisch war ich sehr gut unterwegs, das zeigt ja auch meine super Leistung auf der Laufstrecke. Deshalb gehen wir davon aus, dass das Leistungsdefizit auf dem Rad eine biomechanische Geschichte ist. Diese war im Training so nicht zu spüren. Ich war zwar nicht zu 100 Prozent zufrieden, jedoch haben wir uns die fehlenden Prozente während der Vorbereitung mit dem Faktor Erschöpfung erklärt“, sagt der Triathlet über seine Leistung auf der Radstrecke. 

In den kommenden Wochen ist daher für Drachler und sein Team vor allem Bike-Fitting angesagt: „Wir wollen weiter nach der optimalen Sitzposition suchen und auf dem Rad an ein paar Stellschrauben drehen.“ Er weiß jedoch, dass die Suche nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird. 

Abgeschlossen ist hingegen der Ironman auf Lanzarote: Bereits der Start lief alles andere als nach Maß. Beim Lauf ins Wasser wurde Tobias Drachler unbeabsichtigt die Brille vom Kopf geschlagen. Dies hat wertvolle Sekunden und den Anschluss an die erste Gruppe gekostet. Somit musste Drachler die Gruppe zwei anführen, konnte allerdings trotzdem bereits nach 52:46 Minuten das Wasser verlassen – nur drei Akteure aus den Top 10 waren schneller. 

Auf dem Rad erlebte Tobias Drachler dann eine der härtesten Stunden seiner Triathlon-Karriere. „Ich habe mich gut gefühlt und bin trotzdem etwa 30 bis 40 Watt unter meinen eigentlichen Leistungswerten geblieben“, sagt der 31-Jährige, der nach 5:16:42 Stunden die Wechselzone erreichte. Kurz schwirrten ihm auf dem Rad sogar Gedanken der Aufgabe im Kopf herum. Umso besser, dass er diese schnell verworfen und sich durchgebissen hat. Immerhin lief es beim abschließenden Marathon selbst unter den schwierigen, windigen Bedingungen auf Lanzarote „einmalig gut“. Mit 2:48:58 Stunden ist Tobias Drachler seine persönliche Bestzeit gelaufen, somit rund fünf Minuten schneller als seine 2019 in Frankfurt aufgestellte eigene Bestzeit. Unter „leichteren Bedingungen“ sieht Drachler sogar eine Zeit unter der 2:45 Stunden-Marke für möglich. 

Jetzt ist jedoch erst einmal Regeneration und leichtes Grundlagentraining angesagt. Der Fokus richtet sich jedoch wieder auf den nächsten Ironman-Wettkampf. Wo Tobias Drachler als Nächstes an den Start geht, steht allerdings noch nicht fest. „Es wird auf jeden Fall ein Sommer-Ironman in Europa sein. Welchen, das werden wir in Kürze bekannt geben.“

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